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Unterschied zwischen Ketose und Ketoazidose

Dezember 14, 2020

Unterschied Ketose und Ketoazidose

Ketose vs. Ketoazidose

Was genau ist der Unterschied zwischen der gefährlichen Ketoazidose und der Ketose bei einer ketogenen Diät?

Ketonkörper sind eigentlich harmlose Stoffwechselprodukte, die in Hungerphasen oder bei einer kohlenhydratarmen Ernährung entstehen. Allerdings sind sie auch bei Diabetiker*innen mit einer Stoffwechselentgleisung vermehrt nachweisbar. Für Menschen mit Diabetes ist es daher sehr wichtig, den Unterschied zwischen der normalen Ketose und der gefährlichen Ketoazidose zu kennen.

Wenn dem Körper kaum Kohlenhydrate zugeführt werden, verändert sich der Stoffwechsel und gerät in den Zustand der Ketose. Für alle Ketarier ist dies der Zustand der Wahl und das, worauf sie tagtäglich hinarbeiten.

Bei Diabetiker*innen ertönen bei dem Wort „Ketose“ jedoch zu einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit die Alarmglocken, da eine Verwechselungsgefahr mit der gefährlichen „Ketoadizose“ besteht. Die Ketoazidose ist eine lebensbedrohliche Komplikation, wie sie beim Typ-1-Diabetes auftreten kann, sofern es zu einer Stoffwechselentgleisung kommt. Doch worin genau unterscheidet sich die Ketose von der Ketoazidose?

Die gesunde Ketose: Der Wunschzustand bei einer kohlenhydratarmen Ernährung

Ketonkörper spielen in der ketogenen Ernährung eine zentrale Rolle. Sie werden in der Leber gebildet, die hierfür die körpereigenen Fettreserven anzapft und dann als schnelle Energielieferanten freisetzt. Als Ketonkörper werden Verbindungen vonβ-Hydroxybutyrat, Acetoacetat und Aceton bezeichnet.

Bei der ketogenen Ernährung stellt sich der Körper also auf die sogenannte Glukoneogenose ein. Das bedeutet, dass die Leber die benötigte Glukose aus Protein und Fett herstellt anstatt aus Kohlenhydraten. Hierfür werden die Aminosäuren aus den Proteinen und die Glycerolmoleküle aus den Triglyceriden genötigt. Auch wenn man über einen längeren Zeitraum nichts isst – etwa nachts oder auch beim Fasten – versorgt sich der Körper mithilfe von Ketonkörpern mit Energie. Überschüssige Ketonkörper werden in Form von Azeton über den Urin ausgeschieden. Diesen Zustand der Energieversorgung bezeichnet man als Ketose. 

Im Zustand der Ketose kann der Atem leicht nach Azeton riechen. In der ersten Phase einer Ernährungsumstellung können Kopfschmerzen oder andere Nebenwirkungen auftreten, weil sich der Körper noch an die neue Form der Energiegewinnung gewöhnen muss. Die bezeichnet man im allgemeinen als Keto-Grippe. Möchtest du hierzu mehr erfahren, lies gerne einen der entsprechenden Beiträge.

Fachärzt*innen empfehlen die ketogene Ernährungsform bei Diabetes

Die ketogene Ernährung wird mittlerweile auch von Fachärzt*innen zur Behandlung von Diabetes empfohlen (Lenzen-Schulte, 2018). Es wird zum einen argumentiert, dass es in der Ernährung keinen grundlegenden Bedarf an Kohlenhydraten gibt. Zum anderen wurde in zahlreichen Studien publiziert, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes bei einer kohlenhydratreduzierten Ernährung stärker abnehmen, weniger Diabetesmedikamente benötigen und häufig sogar vollständig auf Insulin verzichten können. Ihre Blutfette normalisierten sich ebenfalls nach der Ernährungsumstellung.

Auch nach einem Herzinfarkt kann eine ketogene Ernährung offenbar dazu beitragen, dass sich die Herzfunktion wieder verbessert. Befürworter der ketogenen Ernährung sehen die Ketose demnach als wünschenswerten und gesundheitsförderlichen Zustand. 

Wichtig ist: Eine Umstellung sollte dennoch immer vorab mit der/dem Diabetologin/*en abgesprochen und nicht eigenständig eingeleitet werden, da es insbesondere anfangs zu Instabilitäten und Umstellungen in der Insulintherapie geben wird. Eine Anpassung der Medikation ist dringend erforderlich!

Zucker gefährlich

Ketoazidose: Eine lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung

Die Ketoazidose hingegen ist eine gefährliche Stoffwechselentgleisung, die vorwiegend bei Typ-1-Diabetiker*innen auftreten kann. Bei Typ-2-Patient*innen ist die Ketoazidose eine eher ungewöhnliche Komplikation, kann jedoch laut einer Studie des Pharmakovigilanz-Ausschusses der EMA bei der Behandlung mit SGLT2-Inhibotiren auftreten (Deutsche Apotheker Zeitung, 2018). 

Auslöser der Ketoazidose ist immer ein schwerer Insulinmangel. Wenn dem Körper das Insulin fehlt, das er zur Verwertung von Glukose benötigt, gelangt keine Energie in die Zellen. Der Körper versucht dann, seinen Energiebedarf über den Abbau von Fetten zu sichern. Hierbei kommt es – wie auch beim Fasten oder bei einer kohlenhydratarmen Ernährung – zur Bildung von Ketonkörpern. Allerdings steigt die Ketonkonzentration im Blut auf ein Vielfaches im Vergleich zu einer harmlosen Ketose.

Zusammen mit dem durch den Insulinmangel hervorgerufenen hohen Blutzucker entsteht eine gefährliche Kettenreaktion, die zu einer ungesunden Übersäuerung des Blutes führt. Warnzeichen für eine Ketoazidose sind – neben hohen Blutzuckerwerten und dem oben erwähnten Azetongeruch im Atem – Unwohlsein und Übelkeit, später auch Erbrechen und Bauchschmerzen.

Dringender Handlungsbedarf bei einer Ketoazidose

Liegt eine Ketoazidose vor, muss schnellstmöglich der zugrundeliegende Insulinmangel ausgeglichen werden. Informiere dich zu diesem Thema intensiv bei deiner/m Diabetologin/en, genauso wie über entsprechende Korrekturschemata. Unter anderem sind eine stark vermehrte Kontrolle des Blutzuckerspiegels sowie eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sind zu empfehlen. Zudem solltest du unbedingt vermeiden, trotz der Müdigkeit zu schlafen. 

Sinkt der Blutzucker trotz Korrektur nicht oder treten zusätzlich Erbrechen und Bauchschmerzen auf, helfen häufig nur noch die stationäre Aufnahme in einer Klinik sowie eine Insulin- und Flüssigkeitszufuhr über einen Venenzugang. Betroffene bzw. Familienangehörigen sollten im Zweifelsfall daher nicht zögern, den Notarzt zu alarmieren. Wird die Ketoazidose nicht rechtzeitig behandelt, kann dies zu einem lebensgefährlichen diabetischen Koma führen.

 

Ketonkörper messen Diabetes

Wie kann man die Ketonwerte messen?

Ketonkörper lassen sich mit speziellen Ketonmessgeräten und den dazugehörigen Ketonmessstreifen nachweisen. Sie funktionieren ähnlich wie die üblichen Blutzuckermessgeräte: Ein Blutstropfen aus der Fingerkuppe reicht aus, um den Wert zu bestimmen. Auch im Urin lassen sich mit Teststreifen Ketonkörper nachweisen, allerdings zeigt diese Messung mithilfe einer Farbskala auf dem Teststreifen nur einen ungefähren Wert an.

Während der normale Ketonspiegel im Blut unter 0,6 mmol/l liegt, kann dieser Wert bei einer ketogenen oder Low-Carb-Ernährung auf bis zu 3,0 mmol/l steigen. Bei Ketonwerten über 3,0 mmol/l besteht Verdacht auf eine diabetische Ketoazidose (DiabetesDE, 2020).

Im Normalfall sind nur sehr niedrige Konzentrationen von Ketonen im Harn nachweisbar, in der Regel nicht mehr als 0,5 mmol/l. Bei derart niedrigen Werten verfärbt sich der Teststreifen in der Regel nicht. Sind über diesen Richtwert hinaus Ketonkörper im Urin vorhanden, verfärbt sich das entsprechende Testfeld nach einer kurzen Wartezeit und du kannst die Farbe mit den auf der Packung abgebildeten Farbfeldern vergleichen. Die Farbskala erlaubt eine ungefähre Einteilung in gering, mittel und stark positiv.

Quellen zum Nachlesen:

Lenzen-Schulte, M. (2018). Gegen diabetes und adipositas: Dein Freund, der Ketonkörper. Deutsches Ärzteblatt115, A1810-5.

https://newsletter.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/10/02/sglt-2-hemmer-im-blick-behalten-erneute-warnung-vor-ketoazidosen

https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/was_ist_diabetes_/diabetes_lexikon/ketone-ketonkorper

 



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