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Richtige Ernährung bei Diabetes - Erfahrungsberichte und Wissenschaft

November 03, 2020

Keto Diät Diabetes

Die richtige Ernährung bei Diabetes - Erfahrungsberichte und ein wenig Wissenschaft 

Wie die ketogene Diät Krankheiten wie Diabetes oder Epilepsie erleichtern kann!

Das Leben mit Diabetes dreht sich zu ca. 12-16 Stunden am Tag um eine Sache: Essen! Und sollten wir einmal nicht direkt über Essen nachdenken, haben wir wahrscheinlich mit den Nachwirkungen der vorherigen Mahlzeit zu kämpfen.

Während wir unsere Gedanken zusammenspinnen, wissen wir oft jedoch gar nicht, was wir genau tun sollen oder wir machen doch wieder nicht das, was eigentlich das Richtige wäre und fühlen uns deshalb schlecht. Dabei sollte Essen doch das absolute Gegenteil bewirken: Freude! Freude, wenn einem der herrliche Duft in die Nase steigt und das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Freude, während sich Geschmackswunder auf der Zunge entfalten. Freude, wenn man dieses Erlebnis mit anderen teilen kann. Doch wie ernährt man sich nun richtig und bereitet nicht nur sich selbst, sondern auch seinem Blutzucker eine Freude?

 

Welche Diabetes Kennwerte gibt es, die zu beachten sind?

Einer der wichtigsten Kennwerte, dem jeder Diabeteserkrankte neben der Kohlenhydratmenge Beachtung schenken sollte, ist der sogenannte glykämische Index, kurz GI.

Der GI ist eine Maßzahl für die blutzuckererhöhende Wirkung von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln im Vergleich zur gleichen Menge reiner Glucose. Es wird untersucht, wie lang und hoch der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr eines Lebensmittels ansteigt. Der Wert wird in Prozent angegeben und basiert immer auf dem Verzehr von 50 Gramm Kohlenhydraten eines Lebensmittels. Als Vergleichswert dient der Blutzuckeranstieg nach Aufnahme von 50 Gramm Glukose. Ihr Glykämischer Index ist auf 100 Prozent festgelegt.

Für einzelne Lebensmittel kann eine Einteilung des glykämischen Index in verschiedene Klassen vorgenommen werden:

 

Wert [%]

Klasse

< 55

Niedriger GI

55-70

Mittlerer GI

> 70

Hoher GI

 

Die Fett-Protein-Einheit in der ketogenen Ernährung mit Diabetes


Neben dem Einfluss des GIs auf die metabolische Kontrolle wird auch die Betrachtung der sogenannten Protein-Fett-Einheit (FPE) empfohlen, da nicht nur Kohlenhydrate die Glukosekonzentration im Blut erhöhen. Diese ist insbesondere in der ketogenen Ernährung von Bedeutung, da hierbei viel Fett und Eiweiß verzehrt wird.

Es ist daher sinnvoll, auch die Menge an Fett und Protein zu bestimmen und einen verzögerten Bolus abzugeben. Pumpenträger*innen haben es hier natürlich etwas einfacher. Eine FPE entspricht hundert Kilokalorien aus Fett und Eiweiß.

Als Faustformel gilt:

  • 1 FPE (100 kcal) über 3 Stunden
  • 2 FPE (200 kcal) über 4 Stunden
  • 3 FPE (300 kcal) über 5 Stunden
  • 4 FPE und mehr über 6-8 Stunden

 

Berechnet wird die FPE oft wie folgt, was an einem Beispiel gezeigt werden soll:

 

  • 300g Steck= 23g Fett + 60g Eiweiß

 

Daraus ergibt sich die Energiemenge aus Fett und Eiweiß zu:

 

  • 23g Fett x 9kcal + 75g Eiweiß= 507 kcal

Es ergibt sich eine Menge an zu spritzenden Einheiten von:

 

  • 507 kcal/100 kcal= 5,07 FPE.

Solltest du die FPE in deine Insulintherapie einbeziehen wollen, sprich zuvor mit deinem Diabetologen. Es ist sehr wichtig, den Blutzuckerspiegel bei der Anpassung der Insulinabgabe für FPE im Auge zu behalten, da sonst die Gefahr einer Hypoglykämie besteht.

 

Und welche Ernährungsweise ist nun für Diabetiker die Richtige?

Ein einfaches Kochrezept gibt es auf diese Frage leider nicht. Grundsätzlich trifft es aus meiner Sicht und Erfahrung hier das Zitat von Adam Brown, dessen Buch „Bright Spots and Lindmines: The Diabetes Guide I Wish Someone Had Handed Me“ ich wärmstens empfehlen kann, am besten:

„Identify what works and focus on doing those things more often.”(Adam Brown)

 

Keto Diät Diabetes

Mein persönlicher Erfahrungsbericht: Diabetes, ketogene Diät und Low-Carb

An diesem Punkt möchte ich die angekündigten Erfahrungswerte einfließen lassen: Kleinere Mengen an Kohlenhydraten zu essen, ist das Beste, was ich für meinen Blutzucker tun kann! Es hilft nicht nur, die Werte in einem gesunden Rahmen zu halten, es hat darüber hinaus eine unglaublich befreiende und stressreduzierende Wirkung.

Die Reduktion der Kohlenhydratmenge zur Verbesserung der Stoffwechsellage wird mittlerweile stark diskutiert und ist als Ernährungsform unter Low-Carb-Diät oder bei minimaler KH-Zufuhr unter ketogene Diät bekannt.

Bei einer kohlenhydrathaltigen Ernährung nutzt der Körper Glukose als Energieträger, die aus den Kohlenhydraten gewonnen wird. Diese wird in den Muskelzellen und Organen gespeichert. Sofern die Kohlenhydratspeicher aufgebraucht sind, nutzt der Körper eine alternative Energiequelle: Fett.

Während der Ketose werden von der Leber Fettsäuren in sogenannte Ketonkörper umgewandelt, die verstoffwechselt werden können. Besonders Nervenzellen, wie beispielsweise im menschlichen Gehirn, können diese Energiequellen sehr schnell nutzen. Evolutionär ist der Umschwung auf diesen Fettstoffwechsel vollkommen natürlich.

 

Verbesserter HbA1c und geringere glykämische Variabilität

Die positiven Ergebnisse einer kohlenhydratarmen oder sogar kohlenhydratfreien Ernährung bei Diabetes konnte durch verschiedenste Studien untermauert werden. Westman und Kolleg*innen (2008) berichten von einer signifikanten Verbesserung der Blutzuckereinstellung und einer Reduktion der Medikation bei Typ-2-Diabetiker*innen. Dies gälte auch im Vergleich zu einer Ernährung mit niedrigem glykämischen Index (Westman et al., 2008).

Studien von Hallberg et al. (2018) und Brouns (2018) gelangten zu ähnlichen Resultaten, wobei die Veränderungen bei Patient*innen mit Typ-2-Diabetes über ein Jahr lang untersucht wurden. Die Ergebnisse zeigten eine HbA1c-Reduktion von 1,3% und eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 13,8 kg sowie eine Reduktion oder sogar Beendigung der Insulintherapie bei 94% der Patient*innen (Hallberg et al., 2018).

Untersuchungen der ketogenen Ernährungsweise bei Typ 1 Diabetiker*innen fielen gleichermaßen positiv aus. Es konnten ausgezeichnete HbA1c-Werte mit geringer glykämischen Variabilität festgestellt werden. Allerdings wurde das Hypoglykämie-Risiko als höher eingestuft (Loew et al., 2018). Eine regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers ist daher sehr wichtig! So wird die ketogene Ernährung bei Diabetes mellitus und Typ 2 Diabetes unschlagbar für stabile Langzeitwerte!

 

Geringes Herz-Kreislauf-Risiko durch hochwertige Fettsäuren

Befürchtungen, dass sich durch diese Ernährungsform insbesondere bei Typ-2-Diabetiker*innen negative Folgen für das Herz-Kreislauf-System ergeben könnten, wurden durch zahlreiche Studien widerlegt.

Unter anderem zeigen die Daten der 1-jährigen VIRTA-Studie in den USA als auch der deutschen TeLiPro-Studie, dass sogar eine erhebliche Verbesserung des errechneten Herz-Kreislauf-Risikos erzielt werden konnte. Dabei ist stets auf die Qualität der Fette zu achten, um das langfristige Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen zu minimieren.

Das Gegenargument fehlender Langzeitdaten kann ebenfalls verworfen werden: Mehrere Ernährungs-Interventionsstudien haben über Zeiträume von bis zu vier Jahren die Überlegenheit einer kohlenhydratreduzierten, fettreichen Ernährung im Vergleich zur traditionellen fettarmen, kohlenhydratreichen Ernährung dokumentiert (Schwarzfuchs, Golan&Shai, 2012), (Scholl, 2018).

 

Zusammenfassung Diabetes und Low-Carb Ernährung

Die aufgeführten Punkte zeigen uns, dass viele Menschen durch eine kohlenhydratreduzierte Ernährungsweise sehr positive Erfahrungen gemacht haben - mich eingeschlossen. Weniger ist in diesem Fall eindeutig mehr! Die Umstellung der Gewohnheiten ist sicherlich nicht einfach und braucht Zeit. Vor allem solltest du dabei aber immer auf dich und deinen Körper hören, denn nur ihr wisst, was das Beste für dich ist.

Solltest du den Schritt wagen und deine Ernährung stressfrei umstellen oder einfach nur umsetzten wollen, ist Healivery dein perfekter Begleiter. Damit auch dir Essen bald wieder nur noch Freude bereitet und auch Naschen wieder erlaubt ist!

 

Verwendete Quellen zum Nachlesen:

Brouns, F. (2018). Overweight and diabetes prevention: is a low-carbohydrate–high-fat diet recommendable?. European journal of nutrition57(4), 1301-1312.

Brown, A (2017). Bright Spots & Landmines: The Diabetes Guide I Wish Someone Had Handed Me. Clinical Diabetes35(5), 356-357.

Hallberg, S. J., McKenzie, A. L., Williams, P. T., Bhanpuri, N. H., Peters, A. L., Campbell, W. W., ... & Volek, J. S. (2018). Effectiveness and safety of a novel care model for the management of type 2 diabetes at 1 year: an open-label, non-randomized, controlled study. Diabetes Therapy9(2), 583-612.

Leow, Z. Z. X., Guelfi, K. J., Davis, E. A., Jones, T. W., & Fournier, P. A. (2018). The glycaemic benefits of a very‐low‐carbohydrate ketogenic diet in adults with Type 1 diabetes mellitus may be opposed by increased hypoglycaemia risk and dyslipidaemia. Diabetic Medicine35(9), 1258-1263.

Schindler, K., Brix, J., Dämon, S., Hoppichler, F., Kautzky-Willer, A., Kruschitz, R., ... & Ludvik, B. (2019). Ernährungsempfehlungen bei Diabetes mellitus (Update 2019). Wiener klinische Wochenschrift131(1), 54-60.

Scholl, J. (2018). Typ-2-Diabetes: Remission is possible!. MMW-Fortschritte der Medizin160(18), 60-65.

Schwarzfuchs, D., Golan, R., & Shai, I. (2012). Four-year follow-up after two-year dietary interventions. New England Journal of Medicine367(14), 1373-1374.

Westman, E. C., Yancy, W. S., Mavropoulos, J. C., Marquart, M., & McDuffie, J. R. (2008). The effect of a low-carbohydrate, ketogenic diet versus a low-glycemic index diet on glycemic control in type 2 diabetes mellitus. Nutrition & metabolism5(1), 36.



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