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Die ketogene Diät bei Epilepsie: Die richtige Ernährung für Erwachsene und Kinder mit Epilepsie

August 08, 2021

Ketogene Diät bei Epilepsie

Die ketogene Diät bei Epilepsie

Die richtige Ernährung für Erwachsene und Kinder mit Epilepsie

Diäten dienen nicht immer nur der Gewichtsabnahme. Was, wie viel und sogar wann wir essen, beeinflusst die Funktionsweise unseres Gehirns. Bei Menschen mit Epilepsie kann die Ernährung die Wahrscheinlichkeit von Anfällen verringern. Die ketogene Diät ist eine Behandlungsmodalität, die seit den 1920er Jahren zur Behandlung von hartnäckiger Epilepsie eingesetzt wird. Sie wurde als eine diätetische Behandlung vorgeschlagen, die ähnliche Vorteile wie das Fasten hervorbringen würde, welches bereits in der hippokratischen Sammlung aufgezeichnet ist [1].

Warum Keto solch positive Auswirkungen auf die Krankheit hat und wie diese aussehen, werden wir in diesem Ratgeber Beitrag näher besprechen.

 

Was ist eine ketogene Diät?

Eine ketogene Diät ist eine sehr fettreiche, kohlenhydratarme Diät, die darauf abzielt, den Fettstoffwechsel anzuregen. Wenn die Glukosespeicher des Körpers erschöpft sind, geht er dazu über, Fett und Fettsäuren zu verstoffwechseln, wobei Verbindungen entstehen, die Ketone genannt werden. Ketone durchdringen die Blut-Hirn-Schranke und gelangen ins Gehirn, wo sie als alternative Energiequelle genutzt werden.

Die klassische ketogene Diät, die bereits in den 1920er Jahren angewandt wurde, besteht aus einem Verhältnis von vier zu eins (in Gramm) von Fett zu Kohlenhydraten plus Eiweiß. Das bedeutet, dass etwa 90 Prozent der Kalorien aus Fett stammen. In der Regel wird aber eine moderatere ketogene Ernährungsweise durchgeführt, bei der die Netto-Kohlenhydratzufuhr auf 20 Gramm pro Tag begrenzt wird, wobei die Menge an Proteinen und Fetten etwas gröber eingeschränkt wird. In der Regel stammen etwa 60 bis 75 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr aus Fett, 20 bis 25 Prozent aus Eiweiß und die restlichen 5 Prozent aus Kohlenhydraten [2].

 

Epilepsie Ernährungstherapie 

 

Was genau ist Epilepsie?

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, von der bis zu 5 % der Menschen im Laufe ihres Lebens betroffen sind. Epilepsie ist definiert als der Zustand provozierter, wiederkehrender Anfälle. Die klinischen Erscheinungsformen der Epilepsie sind sehr unterschiedlich und reichen von einer subtilen Störung des Bewusstseins und der Reaktionsfähigkeit bis hin zu einem vollständigen Krampfanfall des gesamten Körpers [3].

Die Ursachen für Anfälle sind äußerst vielfältig und reichen von erworbenen ("symptomatischen") Anfällen wie Meningitis, traumatischen Hirnverletzungen und Hypoxie-Ischämie bis hin zu metabolischen, kongenitalen und idiopathischen, d. h. genetischen Ursachen. Kinder sind besonders anfällig für Krampfanfälle- die meisten Epilepsieformen beginnen dabei in der Kindheit.

Obwohl zahlreiche Antiepileptika (AED) zur Verfügung stehen, kann die Behandlung von Anfällen eine besondere Herausforderung darstellen. Glücklicherweise gab es in den letzten 10 Jahren eine Vielzahl neuer AED und nicht-pharmakologischer Therapien zur Behandlung von Epilepsie. Einige der neuen Medikamente zielen auf spezifische pathophysiologische Defekte in der Abfolge der Ereignisse ab, die zur Entstehung oder Ausbreitung von Anfällen führen. Andere neue Behandlungsmethoden, die in den letzten zehn Jahren entwickelt oder erneuert wurden, umfassen elektrische Stimulationsgeräte, z. B. den Vagusnerv-Stimulator, und diätetische Maßnahmen, z. B. die ketogene Diät. 

 

Wie wirkt sich die Epilepsie aus?

Zunächst wollen wir auf einige grundlegende Definitionen der Epilepsie und auftretenden Anfälle näher einzugehen [3].

Ein Anfall ist eine vorübergehende Unterbrechung der Hirnfunktion aufgrund einer hypersynchronen, übermäßigen Entladung kortikaler Neuronen, also jener, deren Ursprung in der Hirnrinde liegt. Gelegentlich wird der Begriff epileptischer Anfall verwendet, um dieses Ereignis von einem nicht epileptischen Anfall wie einem psychogenen ("pseudo") Anfall zu unterscheiden, bei dem es sich um abnormales klinisches Verhalten handelt, das aber nicht durch das „hypersynchrones Feuern“ von Neuronen verursacht wird.

Die klinischen Manifestationen eines Anfalls hängen von der spezifischen Region und dem Ausmaß des betroffenen Gehirns ab und können Veränderungen der Motorik, des Empfindens, der Wachsamkeit, der Wahrnehmung oder einer Kombination davon umfassen, Wahrnehmung, der autonomen Funktion oder einer Kombination aus diesen. Jeder Mensch kann theoretisch einen solchen Krampfanfall erleiden, z. B. bei Meningitis, Hypoglykämie oder Einnahme von Toxinen, was beweist, dass selbst ein "normales" Gehirn unter bestimmten Umständen hypersynchrone Entladungen erfährt.

Epilepsie ist nun der Zustand wiederkehrender, unprovozierter Anfälle, d. h. zwei oder mehr solcher Anfälle. Epilepsie tritt in der Regel auf, wenn eine Person an einem chronischen pathologischen Zustand leidet wie etwa an einem Hirntumor, einer zerebralen Dysgenese, einer posttraumatischen Narbe, einer genetischen Veranlagung oder vielleicht einer Kombination dieser Faktoren. Etwa 1 % der Bevölkerung leidet an Epilepsie, was sie zur zweithäufigsten neurologischen Erkrankung (nach dem Schlaganfall) macht.

Der Begriff epileptisches Syndrom bezieht sich auf eine Gruppe von klinischen Merkmalen, die immer wieder gemeinsam auftreten und bei denen Anfälle die Hauptmanifestation darstellen. Zu diesen Merkmalen gehören Ähnlichkeiten in der Art der Anfälle, dem Alter des Auftretens, den Befunden im Elektroenzephalogramm (EEG), den auslösenden Faktoren, der Ätiologie, dem Vererbungsmuster, dem natürlichen Verlauf, der Prognose und dem Ansprechen auf AEDs. Beispiele für epileptische Syndrome im Kindesalter sind infantile Spasmen, das Lennox-Gastaut-Syndrom, fiebrige Anfälle, Absence-Epilepsie im Kindesalter, benigne rolandische Epilepsie (BRE) und juvenile myoklonische Epilepsie.

Schließlich bezieht sich die Epileptogenese auf die Ereignisse, durch die das normale Gehirn fähig wird, epileptische Anfälle zu produzieren, d.h. der Prozess, durch den neuronale Schaltkreise von normaler Erregbarkeit in Übererregbarkeit umgewandelt werden. Dieser Prozess kann Monate bis Jahre dauern und seine Mechanismen sind nur unzureichend verstanden. Die verfügbaren AEDs haben keine robusten antiepileptogenen Effekte, d.h. die vorhandenen Medikamente können Anfälle unterdrücken, aber keines verhindert die Bildung epileptischer neuronaler Schaltkreise.

 

Epilepsie und Ernährung: Warum empfehlen Ärzte die ketogene Ernährung für Menschen mit Epilepsie?

Es ist wissenschaftlich belegt, dass verschiedene, wenn auch unterschiedliche therapeutische Strategien zur Einleitung einer Ketose wirksam bei der Behandlung hartnäckiger Anfälle sind. In klinischen Studien mit Menschen mit behandlungsresistenter Epilepsie - was bedeutet, dass sie eine Reihe von antiepileptischen Medikamenten ausprobiert haben und weiterhin unter Anfällen leiden - reduziert die ketogene Diät bei der Hälfte der Patienten die Anzahl der Anfälle um 50 Prozent oder mehr. Die Zahl der Patienten, die nach einer ketogenen Diät anfallsfrei werden, ist viel kleiner - einige Studien sagen, dass sie bei 0 Prozent der Patienten liegt, während sie bei anderen eher bei 20 Prozent liegt.

 

Ketogene Diät und Epilepsie 

 

Wie reduziert die ketogene Ernährung epileptische Anfälle?

Während eines Anfalls feuern Netzwerke von Neuronen, obwohl sie es eigentlich nicht sollen. Das kann passieren, weil die Gehirnzellen erregbarer sind und viele erregende Neurotransmitter, wie Glutamat, freisetzen. Ein anderer Grund wäre, dass benachbarte Gehirnzellen nicht in der Lage sind, die Ausbreitung der Erregbarkeit zu unterdrücken, wie sie es normalerweise mit hemmenden Neurotransmittern wie Gamma-Aminobuttersäure, oder GABA, tun würden.

Die ketogene Diät reduziert die Menge an Glutamat im Gehirn und steigert die Synthese von GABA, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines Anfalls sinkt. Die Diät kann auch Entzündungen im Gehirn reduzieren, und Entzündungen aufgrund von Infektionen wie Meningitis, Enzephalitis oder Autoimmunerkrankungen können Anfälle auslösen [2].

Es gab in den vergangenen Jahren ebenfalls zahlreiche, interessante Studien, die untersuchten, wie die ketogene Diät das Darmmikrobiom verändern kann- die Billionen von Mikroorganismen, die den Verdauungstrakt bewohnen. Diese Studien fanden heraus, dass die ketogene Diät bestimmte Bakterienarten vermehren kann, die ein erhöhtes Verhältnis von GABA zu Glutamat im Gehirn fördern.

Bei Patienten mit behandlungsresistenter Epilepsie kann die Dosis eines Medikaments oder einer Medikamentenkombination, die notwendig ist, um Anfälle zu stoppen, manchmal eine erhebliche Sedierung verursachen. Es gibt zwar genug Fälle, in denen Patienten in der Lage sind, ihre Anfälle zu kontrollieren, aber ihre Lebensqualität ist durch die Nebenwirkungen stark beeinträchtigt.

Schaut man sich Interviews oder Berichte von Menschen mit Epilepsie an, wird einem schnell klar, dass der Mangel an Kontrolle über die Krankheit bzw. die dazugehörenden Anfälle viele extrem einschränkt. Sie haben Angst davor, in die Öffentlichkeit zu gehen und plötzlich einen Anfall zu bekommen - es gibt einfach keine Vorhersehbarkeit. Es ist nur verständlich, dass diese fehlende Kontrolle Angst und Unwohlsein schürt.

Die Fakten und Studien sprechen für sich: Wenn etwas so einfaches wie Essen Menschen aus ihrer gesundheitlichen Misere bringen kann, sollte nicht gezögert werden. Und dazu kann Keto noch richtig Spaß machen und einem den Energie-Boost im Alltag bringen, der einem so oft fehlt.

Erfahre noch mehr zur ketogenen Ernährungsweise in weiteren healivery Ratgeber oder Rezepte-Beiträge.

 

Zusammenfassung:

Die ketogene Ernährung kann in Vielerlei Hinsichten sehr positive Auswirkungen haben. Neben einer schnellen und langfristigen Gewichtsabnahme oder kontrollierten Blutzuckerwerten ist vor allem bei Menschen mit Epilepsie ein enormer Mehrwert wahrzunehmen. Im Grunde hat Keto durch die Behandlung von Epilepsie erst so richtig Fahrt aufgenommen. Warum das der Fall ist, erfährst du in diesem Artikel.

 

Quellen zum Nachlesen:

[1]        Picot, M. C., Baldy‐Moulinier, M., Daurès, J. P., Dujols, P., & Crespel, A. (2008). The prevalence of epilepsy and pharmacoresistant epilepsy in adults: a population‐based study in a Western European country. Epilepsia49(7), 1230-1238.

[2]        D’Andrea Meira, I., Romão, T. T., Pires do Prado, H. J., Krüger, L. T., Pires, M. E. P., & da Conceição, P. O. (2019). Ketogenic diet and epilepsy: what we know so far. Frontiers in neuroscience13, 5.

[3]         Stafstrom, C. E., & Rho, J. M. (Eds.). (2004). Epilepsy and the ketogenic diet. Springer Science & Business Media.



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